Freitag, 13. Januar 2012

Der Winter senkt Heizkosten

Ich las heute die Botschaft von sinkenden Heiz- bzw. Heizöl und Gaspreisen. Und ich kann euch sagen, das sah ich gestern schon kommen, als ich einen knospenden Busch in meiner Straße entdeckte. Wir haben Hochwinter, und der Busch knospt! Er hat sie doch nicht mehr alle. Der Winter, nicht der Busch.

Der Busch ist dumm, kann nichts dafür, wenn ihm die Säfte in Arme und Beine schießen, und er sich deshalb strecken und recken muss wie ein Bär nach dem Winterschlaf. - Der Winter aber ist ein weiser alter Mann - der allerdings schon lang keinen Sex mehr hatte. Sonst würde er nicht so lustlos durch Europa schlurfen und lauwarme Stimmung verbreiten. Ließe Mutter Natur ihn mal ran, würde er vor heißer Kälte strotzend durch unsre Gefilde fegen und uns Gänse auf die Haut zaubern.

Man soll sich bekanntlich in Beziehungsangelegenheiten anderer nicht einmischen. Ich weiß ja nicht, ob der Vater Winter nicht ausm Mund stinkt und deshalb nicht ran darf. Oder vielleicht wollen ja beide, der Winter kann nur nicht. Wir dürfen auch nicht ausschließen, dass das Muttchen Natur frigide sein könnte. - Ich merke, dass das Thema recht intim ist. Ich bekomme von eigenen Überlegungen rote Ohren. Hoffentlich liest keiner der beiden hier mit. Ich wäre beschämt, wenn sich herausstellte, dass ich auf ganzer Linie falsch läge, und doch die Regierung schuld daran wäre, dass der Winter heuer ein schlapper Geselle ist.

Ich möchte auch niemanden persönlich zur Verantwortung ziehen, dass in meiner Straße die Kirsche in Blüte steht. Ich möchte nur nicht Ende Januar schon ernten müssen. Das hieße ja, dass ich schon im Mai Erntedank feiern müsste. So kurz nach meinem Geburtstag habe ich dieses Fest noch nie begangen, - das wäre unschön. Mein ganzer Biorhythmus geriete durcheinander. Vielleicht müsste ich sogar zum Arzt. Unter uns: Lieber ginge ich wegen einer Erkältung zum Doktor als des Erntedankes wegen.

Ich habe heute eine Flasche Rotbäckchen gekauft, Lernstark. Die Flasche kostete, anstatt der gewohnten 3,49, schlappe 3,19 EUR. Ich habe mich natürlich beschwert, warum der Saft nun weniger koste. Der Verkäuferin habe ich klipp und klar gesagt, dass wenn ihr Saftladen dauerhaft günstiger wird, ich mir einen neuen Laden suchen müsste, wo es exklusiver zugehe. Wo kämen wir hin, wenn sich jeder gute Sachen leisten könnte! – Deshalb ärgert mich der diesjährige Winter, der Schlappschwanz. Wegen seiner Inkapaden kann es sich nahezu jeder leisten, seine Wohnung auf Zimmertemperatur zu bringen.

Fallende Heizkosten bremsen zudem die Inflation aus. Zum Glück nur wenig zwar. Aber immerhin. Es führt dazu, dass manche Menschen von ihrem Lohn fast einen ganzen Monat lang auskommen. Das finde ich nicht fair gegenüber den Gutverdienern. Sie geraten in einen psychologischen Nachteil, der auf die Stimmung in Deutschland drückt. Dann nörgeln wieder alle das Jahr über anstatt zu arbeiten. Es könnte zu einer tödlichen Abwärtsspirale in der Wirtschaft kommen, die auch die Geringverdiener in Mitleidenschaft zöge – sie verlören ihren kargen Lohn auch noch. Es muss doch jeder einsehen, dass der Busch in meiner Straße nicht knospen darf!

Ich fordere dich hiermit auf, Vater Winter, zu uns allen strenger zu sein. Sonst setzt es Kopfnüsse!

Quellennachweise:
Der Saftladen
Heizölpreis-Entwicklung (Man beachte den hässlichen Knick im Chart)
Gas-Anbieter (dessen Umsätze einbrechen)
Inflation in Deutschland schwächt sich ab (geht’s noch!)

Freitag, 9. Dezember 2011

Wie kann ansteckendes Lachen gesund sein?

Die Berliner Lachkameraden haben sich in der Ubahn zum Lachen verabredet. Sie gingen quasi in den Keller. Gern hätte ich gesehen, dass sich das Lachen Lauffeuer gleich im Waggon ausgebreitet hätte. - Es breitet sich auch aus, aber eher wie Feuer mit nassem Holz: knisternd und zögerlich. Dennoch ein netter Versuch.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Apropos billige Unterhaltung

Was das angeht, sind Japaner Meister der Skurilität. Vielleicht liegt das an der Strahlung.

Mittwoch, 9. November 2011

Und nun zu etwas Lustigem

Als Panda muss man sich doch verarscht vorkommen.



Man kann es getrost billige Unterhaltung nennen.

Dienstag, 8. November 2011

Romantisch wie ein Stück Scheiße

Ich lass alles mit mir machen, wenn es denn sinnvoll ist, aber Beleidigung, auch sinnvolle, kann ich nicht ab. Und weil ich empathisch genug bin, um zu begreifen, dass auch andere Menschen Beleidigungen ... beleidigend finden, sammel ich Beleidigungen für den Fall, dass ich eine brauche.

Angenommen, ich schenk meiner Liebsten ein Kerzen-Licht-Abendbrot mit Blumenstrauß auf dem Dach eines 3 bis 5 Sterne-WellnessHotels in den österreichischen Alpen. - Und sie so: gähnt erstmal, und dann: Du weißt doch, dass ich mir eine Bowlingkugel mit dazu passender Bohrmaschine gewünscht habe.

Dann kann ich beleidigt kontern: Du bist so romantisch wie ein Stück Scheiße.

Es sieht dann so aus, als sei ich schlagfertig - in Wahrheit bin ich aber nur gut vorbereitet.

Oder angenommen, Mutters Geburtstag fällt auf ihren silbernen Hochzeitstag, und ich schick ihr Blumen mit einer Maximalflasche Moët & Chandon Brut Imperial Nebukadnezar. Und dazu ein silbernes Kinderbesteck mit Gravur, die besagt: Mam, du bist die beste Mam der Welt mit Plus. - Und sie so: gähnt erstmal, und dann: Junge, hör auf, dich einzuschleimen.

Dann kann ich beleidigt kontern: Wenn du, alte Frau, stirbst, feuere ich mit meiner Kalaschnikov Freudenschüsse ab und spucke anschließend auf dein Grab.

Es sieht dann so aus, als sei ich schlagfertig - in Wahrheit bin ich aber nur gut vorbereitet.

Oder angenommen, mein Patenonkel schenkt mir nach dreißig Jahren endlich etwas zum Geburtstag, und ich zerfließe vor Rührung in Tränen, schluchze wie ein Grundschüler nach einer Schulhofprügelei, die in die Hose gegangen ist, und sage, zurecht stolz auf meinen Patenverwandten: Mein Onkelchen, o du holder Onkel, du rührst mich zu Tränen mit deiner Zuneigung. Endlich fühle ich mich wahrgenommen, ja vielleicht sogar ein Stückchen respektiert. Du bist ab heute mein Lieblingsonkel. - Und er so: gähnt erstmal, und dann: Jaja, übertreibs nicht mit der Gefühlsduselei, das ist ja peinlich.

Dann kann ich beleidigt kontern: Du stinkende Kurzhaarkotze, hätte ich eine Bowlingkugel, würde ich dir damit ein drittes Nasenloch ins Gesicht bohren, meinen Bleistift darin anspitzen, und es anschließend mit Spucke zukleben, die ich vom Grab meiner Mutter einsammelte.

Es sieht dann so aus, als sei ich schlagfertig - in Wahrheit bin ich aber nur gut vorbereitet.

So ist's, ich bereue bis heute, dass ich meiner Freundin damals nicht die Bowlingkugel geschenkt habe. Ich habe seinerzeit aber auch nicht in Latein aufgepasst, weil ich für die Konzentration zu schüchtern bin.

Ich wünschte, ich wäre manchmal etwas Besonderes. Doch bin ich nur ein Niemand, der in seiner Freizeit Beleidigungen sammelt, für den Fall, dass ihn jemand beleidigt, und er dann gekonnt kontern kann, um als schlagfertig durchzugehen.

Freitag, 28. Oktober 2011

Occupy-Bewegung: Brutales Vorgehen der Polizei gegen Demonstranten



S.a. "Brutaler Polizeieinsatz
Anonymous-Hacker üben Vergeltung
"

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Wishlist

Bei meiner Beitragsfrequenz werde ich nie Blogbeitragsmillionär. In der Bloggosphäre ist die Lust groß aber die Luft dünn. Und heutzutage darf man froh sein, wenn der Schaffner den Zug nicht verpasst.

Aufgrund der neuerlichen Bankenkrise in der Eurozone bin ich seit Wochen nur noch damit beschäftigt, mein Geld ins Ausland zu schaffen. Da in Mexiko Drogenkrieg herrscht, habe ich mich für Liechtenstein entschieden.

Nun aber gibt es ein Problem. Mein ganzes Vermögen ist im Ausland, und ich bin immer noch hier. Ohne Geld. Und da bald Weihnachten ist, ja doch, nach Allerheiligen gehts ruckzuck zackig auf Herrn Jesu Geburtstag zu, habe ich mir eine Wunschliste zusammengestellt, mit Dingen, Sachgegenständen, Wertgegenständen, virtuellen Habenschaften und sonstigen Kleinigkeiten, die Ihr mir schenken müsst. Sollt. Dürft. Mögt. Wenn Ihr bitte so frei wäret.

Ich bin ein bescheidener Mann und verlange wenig.

Wunschliste

Ich wünschte, meine Katzen machten ihr Klo sauber.
Ich wünschte, ich hätte Talent in purem Gold.
Ich wünschte, ich könnte die Talente aus Gold versilbern.
Ich wünschte, ich hätte Weltfrieden.

Ich wünschte, die Zeitumstellung würde auf "Winter" stehen bleiben.
Ich wünschte, ich hätte drei Kinder von zwölf verschiedenen Frauen.
Ich wünschte, ich hätte ein Besteckset, das so elegant ist, wie meine Tischmanieren.
Ich wünschte, ich könnte mehr essen als ich vertragen kann.

Ich wünschte, die Nacht hätte 24 Stunden, ganz wie der Tag.
Ich wünschte, Piraten wären Politiker, aber Politiker keine Piraten.
Ich wünschte, mehr Ehen würden geschieden.
Ich wünschte, ich läse nicht immer Judenkonto, wenn ich hier Jugendkonto lese.

Ich wünschte, deine Mutter trüge weniger zur Klimaerwärmung bei.
Ich wünschte, Nestle würde ihre Kindersklaven auf Kakao-Plantagen wenigstens bezahlen.
Ich wünschte, wir könnten auf dem Mond Käse abbauen. Und er hieße Mondscheinkäse.
Ich wünschte, mein Nachbar bekäme neue Unterwäsche zu Sankt Martin.

Ich wünschte, mein Nachbar hätte jemanden, den man im weitesten Sinne als privaten Bekannten bezeichnen könnte.
Ich wünschte, mein Nachbar zöge sich etwas an, wenn er morgens zum Briefkasten geht. Oder wenigstens: er trüge etwas anderes als Feinripphosen mit ausgeleihertem Eingriff.
Ich wünschte, mein Nachbar hätte abends öfter echtes Licht an, anstatt immer das Flimmern der Kiste.
Ich wünschte, die Menschen hörten auf, moderne Flachbildfernseher als Kiste zu bezeichnen.

Ich wünschte, das Berühren von Schornsteinfegern brächte Glück.
Ich wünschte, manche Lieder gingen nie zuende.
Ich wünschte, ich wär wunschlos glücklich.
Ich wünschte, ich passte besser auf, was ich mir wünsche.


Donnerstag, 25. August 2011

Neu ist der Beitrag nicht

Auch wenn ich ihn erstelle, nachdem ich auf den Link "Neuen Beitrag anlegen" geklickt habe. Was neu ist, ist meine Tapete. Mein Heim ist frisch renoviert, strikt nach den Weisungen des Tapeten-Instituts (ja, so ein Institut gibt's wirklich).

Das Institut für Tapeten-Hygiene und gepolsterte Armlehne hat nämlich ein Video veröffentlicht, "Richtig Tapezieren". - Kann ich euch empfehlen, es hilft, der guten Dame auf die Finger zu schauen.

Man empfiehlt heutzutage im Übrigen Vliestapeten, weil diese leichter zu renovieren sind bzw. auszutauschen. Ich bin einigermaßen zufrieden mit dem Ergebnis meiner handwerklichen Jungfernfahrt. Ich habe zum ersten Mal eigenhändig und -ständig tapeziert. Und jetzt brauche ich einen, der mir auf die Schulter klopft. Jetzt.

Ich warte.

Ich warte immer noch.

So lange sich kein Schulterklopfer meldet, mache ich nicht weiter mit diesem Beitrag.

Da wir anscheinend noch ein wenig warten müssen, spiele ich euch zur Strafe einen furchtbaren Song vor, der mir heute morgen auf den Keks mit Kaffee gegangen ist:



Ich bin sauer. Nein, ich bin enttäuscht, dass sich bis itzo kein schulterklopfender Schleimschleicher eingefunden hat. Mit Wut im Blut setze ich meinen Schmollmund auf und setze das letzte Satzzeichen zum Zeichen meiner Zerknirschtheit:.

Und zwar meine.

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