Donnerstag, 14. Januar 2010

The first thing we do, let's kill all the lawyers

Habe ich schon erwähnt, dass ich Shakespeare liebe und Anwälte nicht leiden kann?

Wenn ja, es tut mir um die Wiederholung nicht weh. Denn man kann eines nicht oft genug sagen: Als erstes lasst uns alle Anwälte töten! Entgegen anders lautender Wörter fordere ich nicht zum Töten auf, ich bin schließlich ein wahrhaft friedliebender Mensch und zivilisiert dazu. Zu Shakespeares Zeiten wäre es ja noch angegangen, unliebsame Personen auf dem Wege der Tötung aus dem Wege zu räumen. Heutzutage hat man Anwälte, die andere Anwälte verklagen.

Ich kenne privat 3 Anwälte, nur einer davon ist eine echte Zierde der menschlichen Rasse. Der Rest bildet das Schlusslicht. Nur zwei Drittel Scheiße ist eigentlich keine schlechte Quote.

Eine bekannte von mir betreibt eine kleine Druckerei, in der sie Einladungskarten für Hochzeiten und son Zeug druckt. Das junge Unternehmen hat bereits das zweite Mal Ärger mit einem Anwalt, der geheiratet hat, aber die Rechnung nicht pünktlich zahlt und auch nicht vollständig, und statt dessen lieber die Vertragsvereinbarungen auseinander nimmt. Zwei Anwälte. Unabhängig von einander. Ziehen dieselbe Mache ab. Und es sind lächerliche Beträge, um die es geht. Aber ein Kleinunternehmen lieber zappeln lassen. Ein Wunder, dass Anwälte überhaupt Frauen finden.

Um auf andere Gedanken zu kommen lese ich nun lieber das Stück "The Big Lebowski", in der Version, die herausgekommen wäre, wenn Shakespeare sie geschrieben hätte.

Dienstag, 12. Januar 2010

WikiLeaks braucht unsere Hilfe

Die Menschen, die in unserer Welt das Sagen haben, mögen sie nicht, denn Wikileaks schaut denen auf die Finger, die in unserer Welt das Sagen haben. Dieses wichtige Projekt braucht jetzt unsere Hilfe. Der Organisation geht das Geld aus, jede Spende hilft, und wenn es nur ein Euro ist. Vgl. Beitrag in diesem Blog.

Wer WikiLeaks noch nicht kennt, findet bei en.Wikipedia, es gibt auch einen deutschsprachigen Eintrag, aber der ist nicht ganz so informativ.

Was die Leute von WikiLeaks so treiben, wird es in dieser interessanten, und manchmal lustigen, Selbstpräsentation sehen:

Hervorragende Tierfotographie

28 Beispiele für schöne Tierfotos. Klick on pic.

animal-photography-owl
Dieses gefällt mir fast am besten.

Montag, 11. Januar 2010

McCoy Tyner - Jazz-Tipp

McCoy Tyner, Jahrgang '38, ist ein Phänomen. Seine Mutter drängte ihn zum Klavierspiel als er 13 Jahre alt war. Schon zwei Jahre später, also mit 15, trat er auf Konzerten als Pianist auf. Und er tourt heute noch, der 72-jährige Jazzartist.

Ich empfehle seine Arbeit wärmstens. Aufs Bild klicken, Kopfhörer aufsetzen.

McCoy-Tyner

Freitag, 8. Januar 2010

Die homoerotische Hölle

William-Adolphe_Bouguereau_-281825-1905-29_-_Dante_And_Virgil_In_Hell_-281850-29

William-Adolphe Bouguereau komponierte dieses Bild, "Dante und Vergil in der Hölle". Ich war eigentlich auf der Suche nach einem Internet-Blumenversand (den ich auch gefunden habe, höhö). Ich kann die Blumen aber nicht bestellen, da ich außerdem auf dieses Bild gestoßen bin und es die ganze Zeit anstarren muss. Das Bild ist ein Faszinosum. Es hat mehr action als ein Film mit Schwarzenegger, auch mehr Details. Zum Beispiel habe ich nach etwa 10 Min. eine Warze auf der Fußsohle des Mannes im Vordergrund entdeckt. Wer entdeckt mehr?

Mutter, habe Geduld, Deine Blumen kommen schon noch.

Donnerstag, 7. Januar 2010

Kaffee, Musik und Autogas

Eine bestimmte Art von Menschen mag ich nicht. Es gibt sicher auch den einen oder zweiten netten Menschen in der Finanzberaterbranche. Doch wenn ich meine Erfahrungsschatzkiste öffne, schauen mich arrogante, selbstverliebte, egoistische und gierige Finanzberateraugen an. Pauschal kann man sagen, nee, lass mal, wenn so einer anbietet, mit dir ein Bierchen trinken zu gehen und über Gott und die Welt zu palavern. Seine Götter und seine Welt interessieren dich nicht einen einzigen Zinseszins.

Es gibt sicher auch den einen oder zweiten netten Menschen in der Immobilienbranche. Immobilien- und andere Makler ... in ihrer Gegenwart fühle ich mich verklemmt. Ich weiß genau, dass die Wohnung irgendwo einen Haken hat. Aber das kriegt man aus denen nicht herausgefragt. Sie verschweigen. Verschwiegene Menschen sind nur bei speziellen Anlässen gute Menschen: Bei vertraulichen Gesprächen zum Beispiel. Ansonsten kann ich die Verschweiger nicht achten. Nicht einmal für 7% Provision.

Es gibt sicher auch den einen oder zweiten netten Menschen in der Telekommunikationsbranche. T-Punkt-, Netcologne-Punkt- oder Dokom-Punkt-Mitarbeiter. Ahnung haben sie keine. Wenn sie manchmal Ahnung haben, ist es immer nur die halbe. Die andere Hälfte der Ahnung wird nicht gewusst. Die Ahnungslosen- und Halbahnerbranche ist voll von Leuten, die einen Nebenjob in der Telekommunikation ausüben.

Es gibt sicher auch den einen oder zweiten netten Menschen in der Anwaltsbranche. Man hört nicht von solchen zwar, und es hat seinen Grund. All die Idiotenanwälte machen so viel Lärm, dass man kaum zu seiner Ruhe findet. Sie sind wie Schreihälse in einem vollbepackten Bus; man kann ihnen nicht entfliehen, aber überhören auch nicht. Anwälte sind schuld an der Kastration des Menschenverstandes. Ja klar, sagen diese, der Menschenverstand und das Herz gebieten dieses, aber, wenn man den Verstand ausschaltet, dann kann man die Sache auch anders sehen.

Es gibt sicher auch den einen oder zweiten netten Menschen in der Politessenbranche. Eigentlich kann ich mir das aber nicht vorstellen. Man ist seit zwei oder mehr Jahren ohne Job, dann kommt das Arbeitsamt und sagt: Wir haben endlich etwas für Sie. Sie werden Knöllchensheriff. Jeder halbwegs normale Mensch würde diesen Erntehelferjob ablehnen, weil er sich nicht dazu in der Lage sieht, jemanden dafür zu bestrafen, nur, weil sein Auto einen Meter zu weit über die Linie steht. Auch wäre kein Mensch dazu in der Lage, jemandem, der einen beim Knöllchenverteilen erwischt und ihn darum bittet, ausnahmsweise auf die Ausstellung des Strafzettels zu verzichten, diesem Menschen auftrechten Auges diese Bitte zu verweigern. Menschen können so eine Bitte nicht ausschlagen, städtische Ordnungshelfer schon. Jeder hat seinen Preis, diese Menschen verkaufen sich aber weit unter Wert: 3,50 EUR die Stunde + ein paar Groschen Provision.

Achwo, ich hasse sie nicht. Ich mach doch nicht denen ihre Arbeit. Wenn sie Verstand genug haben, hassen sie sich und ihren Job bereits selbst. Ich mag sie nur nicht.

Es gibt sicher auch das eine oder zweite Arschloch unter den Musikern, Kunstfotografen, Kunstmalern und anderen Künstlern (Ausgenommen Schauspieler - diese haben allesamt das fünfte Rad ab). Aber die Arschlöcher, die es dort gibt, sind alle offen. Vielleicht drücke ich mich gerade missverständlich aus ... auch das Verb "ausdrücken" riecht in diesem Zusammenhang nach missglückter Wortwahl ... "riechen" kommt mir nun auch beschissen vor ... Mutter, wo war ich? Achso: Arschlöcher. Sie geben es offen zu, dass sie es sind, wenn sie es sind. Sie ziehen keine Anzüge aus der Kaufhalle an, um ihr inneres Arschloch zu verhüllen. So wie es die Leute aus der Telefinanzmaklerbranche zu tun pflegen. Immer schön gepflegt und ohne Darmausgang. So wie sie sich manchmal benehmen, nehme ich ihnen auch ab, dass sie keinen gesunden Stuhlgang haben.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Mein Stuhlgang ist ausgezeichnet. Da wir gerade bei Gasen sind: Ich fahre ein Autogas betriebenes Auto, und die meisten Musiker, Maler und Schriftsteller, die ich mag, sind tot. Da wäre Johann Sebastian. Da wäre Kurt (Schießtsichtot). Da wäre Ludwig. Da wäre Kurt (Stirbtinschweden). Da wäre René. Ich nenne sie beim Vornamen, da sie mir wie Freunde sind. Außer mit dem Tucholski ihrem Kurt würde ich jedoch mit keinem von ihnen Einen trinken gehen. Sie sind nämlich arrogante, selbstverliebte und egoistische Arschlöcher, die nur aus der Ferne genießbar sind. Echte Arschlochgenießer wissen, was ich meine.

Homage a Piazolla tropft mir in den Kopf, und endlich habe ich eine Liste mit Autogas Tankstellen gefunden, die mir den Autofahreralltag außerhalb meiner Heimathood erleichtern wird. Ach ja, und ich mag Kaffee gut leiden.

Mittwoch, 6. Januar 2010

Ein Klo, auf dem man Schiss kriegt

Ohne viel Worte zu machen: Hier ist meine vorläufige Lieblingstoilette. Ich berichte, sobald ich eine neue habe.

HNOMa

Dienstag, 5. Januar 2010

Ich will auch nach Finnland!

... und zwar nach Kakslauttanen. Wenn mich meine Finnischkenntnisse nicht täuschen, und das tun sie häufig, könnte der Ortsname "Zweiholzfloß" heißen - von kaksi = zwei und lautta = Floß, Fähre. Aber ich sollte mich besser an die alte Übersetzerregel halten: Ortsnamen übersetze man nicht. In Kakslauttanen jedenfalls kann man in einem im wahrsten Sinne des Wortes "coolen" Hotel das Konzert des Nordlichtes (Aurora borealis) vom Bett aus beobachten. Entspannt auf dem Rücken liegend, versteht sich, nicht etwa den Hals um die Ecke biegend und den Kopf zum Fenster herausstreckend.

Zwar komme ich soeben aus Estland, wo ich über Weihnachten und Neujahr einen wunderbaren Langlaufurlaub verlebt habe, und das war nicht nur geographisch verdammt nah an Finnland, sondern auch von den Temperatur- und Schneeverhältnissen her. Es ist mein Wunsch und Befehl, innerhalb der nächsten zwei Jahre im Winter im Igloo Village von Kakslauttanen zu übernachten.

igloo
(Mehr schöne Bilder gibt es bei travelphant.com/coolest-place-to-stay-and-see-northern)

Es könnte romantischer nicht sein, angeschienen von Polarlicht, die Zweisamkeit in einem Iglo zu suchen.

Ich liebe es, wenn mir Wünsche wachsen, deren Erfüllung in meiner eigenen Hand liegt. Also: Spätestens Ende nächsten Jahres heißt es für mich: Raus aus der heimischen Dampfdusche, rein in die finnische Rauchsauna. - Lieber Gott, nimm mein Wort, damit der Teufel nichts abbekommt.

Dienstag, 22. Dezember 2009

Respekt vor Fahnen

Zunächst ein Mal: Was ist der Unterschied zwischen einer Fahne und einer Flagge? Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht. Ich könnte recherchieren. Aber ich will es nicht, weil es mich nicht interessiert. Dennoch möchte ich drei oder mehr Worte über Fahnen verlieren.

An den Fahnen nervt mich ihr Formalismus. Vor einem Tuch soll man sich beugen, und zwar weil es die Form gebietet. Von Zeit zur Zeit sehe ich die deutsche Flagge gern. Aber am liebsten nehme ich sie bloß am Rande wahr. Sie soll nicht der Mittelpunkt sein, für nicht eine Minute. Schon gar nicht will ich sie hören. Mit "hören" meine ich nicht ihr Flattern im Winde, das ist übrigens ein schönes Geräusch. Ich meine die Hymne. Wo eine Fahne ist, ist eine Hymne nicht weit.

Ja bitte, bei staatstragenden Ereignissen, gerne. Bei Staatsbegräbnissen, bei Krieg gern auch einen Fahnenmast dem Gegner zwischen die Beine rammen. Sollen sie machen. Das sind Machenschaften, die mich nichts angehen. Es sind Albernheiten, die ich nicht verstehe, die mir für immer ein Rätsel bleiben werden.

Aber. Ich liebe Fußball. Und ab und zu auch Boxen. Unerträglich lächerlich sind die drei Minuten Hymne und Fahnehissen vor den Länderspielen. Mir wird übel, wenn ich die Spieler die Worte der Hymne murmeln sehe. Ich will, dass sie Fußball spielen, ich will nicht, dass sie singen. Das sind Fußballspieler, nicht Chorknaben. Mindestens genauso lächerlich sind die Hymnen-Orgien vor Boxkämpfen. Zwei schwere Jungs hauen sich gleich ordentlich auf die Fresse bis einer weint oder zumindest bewusstlos ist, aber vorher bitte die Staatshymne mit Flagge. Reicht es nicht, wenn der Kommentator darauf hinweist, dass der Klitschko aus der Ukraine kommt und sein Opfer aus irgendeinem anderen Land? Wozu dieser pseudopatriotische Formalismus? Um die Sendezeit zu schinden? Was für eine Inflation.

Ich zappe. Wenn es bei Sportereignissen formell wird, zappe ich weg. Als wenns die Werbung wäre.

Es ist ein gemusterter Lappen. Aber wehe man pinkelt drauf. Dann ist Gefängnisstrafezeit. Die Existenz eines Menschen wird infolge seines Pissens auf einen gemusterten Lappen infrage gestellt. Symboltracht! Denk doch mal an die Symboltracht! Mögen manche rufen. Jadoch, denke ich. Und dieser Chauvinismus geht mir auf die symbolträchtigen Nüsse. Es ist ein großer Unterschied, ob jemand auf einen Menschen pinkelt oder auf eine Fahne. Sofern der Mensch nicht ausdrücklich danach verlangt, ist es echte Respektlosigkeit und Verachtung des Menschen. Pinkelt jemand auf die Fahne, so bleibt es eine Fahne, ein Stück Stoff, mehr nicht. Tut keinem weh. Der Pinkler hat höchstens keine Manieren. Der Flaggencode der USA besagt "The flag represents a living country and is itself considered a living thing." (Section 8j) - Ja dann, natürlich, wenn man per Gesetz erklärt: Die Flagge lebt, dann ist damit vieles möglich. Dann kann ein Gericht herkommen und behaupten, die Flagge genieße Menschenrechte und müsse entsprechend dieser Rechte behandelt werden. Und wenn alle Gesetze der Bundesstaaten Kalifornien und Alaska zusammen behaupteten, die Flagge sei ein "living thing", dann bleibt es immer noch dabei: Eine Flagge lebt nicht. Sie ist KEIN lebend Ding. Dass die Flagge lebe ist doch nur eine Konvention, ein Spiel; komm, haben sie gesagt, wir tun so, als ob sie lebte. Und dann vergessen sie, dass es ursprünglich nur ein Spiel war. (Ein Symptom von Spielsucht übrigens.)

Davon kommt die Rage. Viele Menschen gerieten in Rage, wenn sie sähen, dass eine Flagge angepinkelt würde. Wegen der Symboltracht, sie steht ja für Lebendiges. Ein Symbol steht stellvertretend für irgendwas. Sie vergessen, dass es nur ein Spiel ist. In Zeiten des aufgeklärten Geistes muss es aber möglich sein, dass der Mensch das Symbolische überwindet, und das Echte für echt nimmt, nicht allein die Symbolik dazu ausreicht, den Affen auf die Palme zu treiben. Könnte er das Echte für echt befinden und das Symbolische als solches davon trennen, er würde zur Gelassenheit finden. Ich fordere die Gelassenheit. Schluss mit Panikmache und Aktionismus.

Von Zeit zur Zeit sehe ich die Fahne gern. Im Ausland zum Beispiel. Fahre ich nach Österreich in meinen Golfurlaub, und das tue ich tatsächlich im April nächsten Jahres, schöne Grüße ins Salzburgerland, sähe ich eine deutsche Flagge dort, dächte ich: Achja, die schöne Heimat, sie wartet daheim auf mich. Aber jetzt erstmal golfen.

Ich werde meine eigenen Fahnen drucken. Dann schmücke ich damit meinen Rasen vor dem Haus, und wehe, jemand pinkelt sie an, dann rufe ich wutentbrannt: "He, das verstößt aber mindestens gegen ein Tierschutzgesetz!"

Und zwar meine.

Wer wills wissen?

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zwocent - 6. Feb, 11:36

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